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30 Jahre Städtebauförderung

28.10., 10:00 - 15:00 Uhr Ausstellung vor dem Rathaus;
ab 16:00 Uhr Illumination des Rathauses

Besondere städtische Objekte konnten im Rahmen der Städtebauförderung saniert werden.

50 Jahre Städtebauförderung bundesweit und 30 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern: Die Städteentwicklungspolitik des Bundes unterstützt Städte und Gemeinden seit 1971 dabei, baulichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen zu begegnen. Mehr als 9.300 Gesamtmaßnahmen wurden seit Beginn umgesetzt, so auch in Bützow.

Seit dem 17. Mai wird im hinteren Foyer des Rathauses eine Ausstellung gezeigt, die eine Auswahl der in Bützow realisierten Projekte im Rahmen der Städtebauförderung präsentiert. Auf großen Roll-ups sind historische und aktuelle Fotos z. Bsp. der ehemaligen großherzoglichen Mühle, der beiden kleinsten Häuser Bützows und auch des Ratsarmenhauses, zu sehen.

Die Historische Wassermühle

Ein beeindruckender Industriebau...

1893 beschloss das großherzogliche Finanzministerium einen Neubau auf dem neusten Stand der Technik zu errichten. Oberlandbaumeister Adolf Prahst wurde mit der Architektur und Bauplanung beauftragt. Es entstand ein exzellenter Klinkerbau mit herausragenden künstlerischen Elementen. Im Jahr 2020 wurde die ehemalige großherzogliche Wassermühle saniert und wird heute als Wohn- und Geschäftsgebäude genutzt.

Das besondere Industriedenkmal und um 1900 größte Wassermühle Mecklenburgs wurde mit zwei unterschlägigen Wasserrädern mit einem Radius von 4,5 Metern ausgestattet. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde eine Dampfmaschine eingebaut. Der Eigentümer hat ein Wasserrad aufwändig restaurieren und wieder einbauen lassen. Zu bestaunen ist es im Glasbau, der die ehemalige Mühle und den Speicher verbindet.


Pferdemarkt 3

Leben am Pferdemarkt...

Der Pferdemarkt enstand vermutlich um 1750 - 1770 und wurde in die Denkmalliste des Landkreises Rostock aufgenommen. In diesem zweigeschossigen Fachwerkbau mit Nebengebäude wurde 1852 der Vorgänger der Ofenfabrik Schacht gegründet. Im Jahr 2016 - 2017 haben die Eigentümer das Gebäude saniert. Heute wird es als Wohnraum mit 6 Wohnheiten genutzt.

Die Eigentümer investieren ca. 700.000 EUR in die Sanierung des Gebäudes. Individuelle Gefache und Fenster geben dem Fackwerkhaus von der Hofansicht eine Einmaligkeit. Dachfenster ermöglichen auch eine Wohnnutzung im Dachgeschoss. Durch den Abriss des Nachbargebäudes ist der sanierte Giebel mit den Gefachen gut sichtbar. Die Sanierung des Gebäudes bedeutet eine wesentliche Wiederbelebung des Pferdemarktes. 

Kirchenstraße 2

Das Ratsarmenhaus

Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1716 wurde dieses Haus um 1736 als typischer Fackwerkbau aufgebaut. Der Vorgängerbau stammt aus dem Jahr 1589 und wurde als fürstliches Ratsarmenhaus genutzt.  Die Inschrift des Haustürbalkens gibt darüber Auskunft. Noch heute wird das Gebäude als Ratsarmenhaus bezeichnet.  Im Jahr 2020 wurde das Haus saniert und wird als städtisches Archiv genutzt. 

Während der Sanierung wurden eingelassene Feldsteine entdeckt, die auf Vorgängerbauten zurückzuführen sind, die jedoch deutlich kleiner waren. Ob die beiden Inschriftbalken Spuren zum Vorgängerbau sind, bleibt unbestätigt. Vermutet wird, dass  diese einzigartigen historischen Dokumente ursächlich nichts mit dem Bau um 1736 zu tun haben, sondern eher auf die christliche Nächstenliebe und Armenfürsorge der Bützower Bürgerschaft verweisen.

1. Wallstraße 53

Das kleinste Haus Bützows

Erbaut wurde das kleinste Haus Bützows um ca. 1750 als Tagelöhnerhaus und nachfolgend als Ackerbürgerhaus aus Steinen der Stadtmauer. Die Eichendielung ist ca. 250 Jahre alt. Zudem wurden beim Hausbau 500 Jahre alte Mauersteine im Klosterformat verwendet. Nach der Sanierung im Jahr 2020 wird es heute als Wohnhaus genutzt. 

Das Besondere des Hauses ist die Geschichtlichkeit und Kleinheit. Die Grundfläche beträgt ca. 35 qm, ebenso die DG-Fläche. Es wurde ein offener Raumstil mit offenen Gefachenen in den Innenwänden und Verwendung von viel Glas umgesetzt. Historische Türen und -beschläge, Kastenfesnter und ein beheizbarer Holzofen machen eine behagliche Atmosphäre. Noch heute ist es den Bützowern bekannt als Haus, aus dessen Dachrinne man trinken kann.

Rühner Straße 6

Ein wiederbelebtes Kaufmannshaus

Das um 1732 erbaute große Kaufmannshaus, wurde im Jahr 1810 aus einem Dreiviertelhaus und einem Viertelhaus in der Mantzelstraße zu einem großen Kaufmannshaus im klassizistischem Stil umgebaut.  1883 erwarb Uhrmacher H.C. Kröplin das Haus und eröffnete eine Uhrenwerkstatt und Barometerfabrikk, die heute als Kroeplin GmbH in Schlüchtern firmiert.

Die größte Überraschung im Rahmen der Sanierung war eine gemalte Obstschale auf Marmorgrund über einer Tür. Solche Gemälde wurden oft vom Bürgeradel zur Aufwertung von Räumen beauftragt und werden Supraporten genannt. Supraporten sind Gemälde welche während der Renaissance in Residenzen und Anwesen über Türbögen aufgemalt wurden. Bützows Geschichte scheint vielfältiger als angenommen.

1. Wallstraße 55

Der "großer Bruder" des kleinsten Hauses Bützows

Als um 1750 die Stadtmauer und Wallanlagen als Stadtbefestigung nicht mehr gebraucht wurden, entstanden auf dem großen Wall Wohnhäuser und der kleine Wall wurde zur Flaniermeile. Für den Hausbaus wurden Steine der abgetragenen Stadtmauer verwendet. Nach der Sanierung im Jahr 2014 wird das Haus wieder als Wohnhaus genutzt.

Dieses ehemalige Tagelöhnerhaus wurde dendrologischen Untersuchungen zu Folge gleich nach dem Stadtbrand 1716 erbaut und ist mehr als 300 Jahre alt. Historische Dielen und Innentüren, sowie die Verwendung von Glas und offenen Gefachen erzeugen einen einmaligen Charme. Die Holzkastenfenster erhielten je individuelle Zierrahmen. Auch die Eingangstür wurde mit Zierelementen und Rahmen versehen.

Grundschule am Schlossplatz

Ein zentrales Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Gebaut 1856 als Frauengefängnis in Zusammenhang mit dem 1835 gebauten Gefangenenhauses an der Nordseite des Schloßplatzes.  1961 wurde das Gefängniss aufgelöst und das Gebäude bis 1990 als Volkspolizeikreisamt genutzt. Anschließend war es für neun Jahre Sitz des Arbeitsamtes und dient nach der Sanierung  seit 2009 als städtische Grundschule.

Die Grundschule erhielt im Hinterhof einen großzügig angelegten Spielplatz mit Kletterkäse, Seilbahn, Trampolinen und Schulgärten. Das Areal wird ebenso von den Kindern des Freizeittreffs (Nachbargebäude - ehemaliges Amtsgericht) mit Freude genutzt. Ein moderner Anbau mit Dachterasse verbindet das ehemalige Volkspolizeikreisamt mit dem ehemaligen Amtsgericht (heute städischer Freizeittreff).

Krummes Haus

Ein besonderes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert

Das Krummes Haus war Teil der bischöflichen Burganlage und diente zu Zeiten der Bützower Universität als Wohnung von Professor Tychsen und Sitz der ersten öffentlichen Bibliothek Mecklenburgs.  Im 20. Jahrhundert wurde es als Wohnhaus genutzt bis es  nach Rekonstruktion in den Jahren 1998 - 2000 als städtische Kultureinrichtung mit Museum,  Bibliothek und Dokumentation zum politischen Missbrauch des Strafvollzuges wiedereröffnet wurde.

Im Rahmen der Rekonstruktion wurden Steine im Klosterformat und ein Rundgewölbe aus dem 15. Jahrhundert sichtbar.  Dieses Rundgewölbe kann besichtigt werden, da der Fußboden im Erdgeschoß mit Glaselementen versehen wurde. In seiner ursprünglichen Substanz ist im Krummen Haus kaum ein rechter Winkel zu finden. Das akribisch sanierte Gebäude zeugt Bützows bedeutungsvoller und besonderer Geschichte.